Insektenreste auf Lack, Scheinwerfern oder Helmvisieren sind ein Sommerklassiker. Kein schöner, aber ein hartnäckiger. Nach Autobahnfahrten klebt die Fahrzeugfront oft so voll, als hätte sich die halbe Insektenwelt freiwillig für den Crashtest gemeldet. Spezielle Insektenentferner sollen helfen. Doch nicht jedes Mittel hält, was der Sprühkopf verspricht.

Der TCS hat in einem Vergleichstest neun Produkte untersucht, die auf dem Schweizer Markt erhältlich sind. Bewertet wurden Reinigungsleistung, Materialverträglichkeit, Anwendungskomfort sowie Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Das Ergebnis fällt überraschend klar aus: Die günstigsten Produkte gehören zu den besten. Der Preis ist also kein Qualitätsbeweis, sondern manchmal nur Dekoration auf dem Etikett.

Ganz vorne liegen «Nigrin Insekten-Entferner Bio Formulation» und «OK Power Insekten-/Teerentferner». Beide erhielten die Bewertung «sehr empfehlenswert». «Nigrin» überzeugte vor allem mit starker Reinigungsleistung, «OK Power» mit sehr guter Umweltverträglichkeit. Ebenfalls «sehr empfehlenswert» ist «Meguiar’s Heavy Duty Bug & Tar Remover», der besonders bei der Anwendung punktet. Er haftet gut auf senkrechten Flächen und lässt sich einfach einsetzen.

Als «empfehlenswert» wurden «Dr. Wack CW1:100 Insekten-Entferner», «Gyeon Bug & Grime», «Koch Chemie Insect & Dirt Remover», «Kuizy Insektenentferner» sowie «Motorex Insect Cleaner Vorreiniger» eingestuft. Sie liefern solide Ergebnisse, bleiben aber hinter der Spitzengruppe zurück. Am Ende des Feldes steht «Muc Off Bug & Tar Remover». Er ist das einzige Produkt im TCS-Test mit der Bewertung «bedingt empfehlenswert» – hauptsächlich wegen seiner begrenzten Reinigungsleistung.

Besonders bemerkenswert ist der Blick auf den Preis. «OK Power Teer- & Insektenentferner» kostet 4.95 Franken für 500 ml und ist damit das günstigste Produkt im Vergleich. Trotzdem liegt er an der Spitze. Auch «Nigrin Insekten-Entferner» gehört mit 10 Franken für 500 ml zu den preisgünstigen Produkten. Das teuerste Mittel ist dagegen «Muc Off Bug & Tar Remover»: 14 Franken für lediglich 250 ml. Viel Geld also für ein Produkt, das bei der eigentlichen Aufgabe nicht restlos überzeugt.

Unterschiede gibt es auch bei der Handhabung. Geprüft wurden unter anderem Sprühqualität, Haftung, Flaschenform, Dichtigkeit und Sicherheitsausstattung. «Meguiar’s» schnitt hier besonders gut ab, auch «Koch Chemie» und «Kuizy» erreichten gute Werte. Einige Produkte verloren Punkte wegen weniger praktischer Sprühköpfe oder Flaschen, die beim liegenden Transport undicht werden können. «Muc Off» ist dafür das einzige Produkt mit Kindersicherung.

Ein wichtiger Punkt bleibt die Umweltverträglichkeit. Mehrere Reiniger sind als gewässergefährdend eingestuft und dürfen weder in Gewässer noch unkontrolliert in die Kanalisation gelangen. «OK Power» hebt sich hier deutlich ab: Es ist das einzige getestete Produkt ohne Gesundheitsgefahren- und ohne Umweltgefahrenkennzeichnung für Gewässer. Gerade bei einem Mittel, das nach der Anwendung abgespült wird, ist das mehr als ein Detail.

Auch die Materialverträglichkeit sollte nicht unterschätzt werden. Im Test zeigten «Koch Chemie», «Kuizy» und «Muc Off» Rissbildungen in Polycarbonat. Dieses Material wird unter anderem für Scheinwerferabdeckungen und Helmvisiere verwendet. Auch an Aluminium wurden bei «Nigrin», «OK Power», «Koch Chemie» und «Kuizy» Veränderungen festgestellt. Das heisst nicht, dass bei korrekter Anwendung sofort Schäden entstehen. Es zeigt aber, dass Einwirkzeit und gründliches Abspülen entscheidend sind.

Für die Praxis empfiehlt der TCS, die Reinigung auf einem dafür vorgesehenen Waschplatz vorzunehmen, die Herstellerangaben zu beachten und die behandelten Flächen anschliessend sauber mit Wasser abzuspülen. Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille sind ebenfalls sinnvoll, da einige Mittel Haut und Augen reizen können.

Das Fazit ist erfreulich einfach: Gute Insektenentferner müssen nicht teuer sein. «OK Power» und «Nigrin» zeigen, dass Leistung und Preis durchaus zusammenpassen können. «Meguiar’s» überzeugt mit starkem Anwendungskomfort. Und der teuerste Kandidat? Der beweist vor allem, dass ein hoher Preis noch lange keine saubere Front macht.

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