Ferrari macht beim Amalfi Spider genau das, was bei diesem Auto fast zwingend wirkt: Das Dach verschwindet, der Charakter bleibt. Der neue offene 2+ Spider aus Maranello will kein radikaler Exot für den Showroom sein, sondern ein Gran Turismo mit V8, Stil und Alltagstauglichkeit. «2+2» bedeutet dabei: vorne zwei vollwertige Plätze, hinten zwei kleinere Sitze, die eher für Kinder, kurze Etappen oder zusätzliches Gepäck gedacht sind als für die grosse Reise zu viert. Unter der langen Haube arbeitet ein 3,9-Liter-Biturbo-V8 mit 640 PS und 760 Nm, gekoppelt an ein 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 3,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 320 km/h.
Entscheidend ist aber, dass der Amalfi Spider seine Offenheit nicht mit Verzicht bezahlt. Das fünflagige Stoffverdeck öffnet in 13,5 Sekunden und funktioniert auch während der Fahrt bis 60 km/h. Zusammengefaltet beansprucht es wenig Platz, was dem Kofferraum zugutekommt: 255 Liter bei geschlossenem und 172 Liter bei offenem Dach sind für diese Klasse durchaus ordentlich. Dazu kommt ein per Knopfdruck ausfahrbares Windschott, das den offenen Betrieb deutlich angenehmer machen soll.
Auch beim Auftritt bleibt Ferrari auf der eleganten Linie des Coupés. Der Amalfi Spider wirkt gestreckt, sauber gezeichnet und bewusst weniger theatralisch als andere Modelle aus Maranello. Innen setzt Ferrari wieder stärker auf physische Bedienung: Das Lenkrad trägt echte Tasten, der klassische Startknopf ist zurück, und das Cockpit bleibt trotz digitaler Anzeigen klar auf den Fahrer ausgerichtet. Genau das passt zum Anspruch dieses Autos: nicht bloss offen und schnell, sondern auch entspannt benutzbar.
Technisch soll der Spider ebenfalls mehr sein als nur die offene Version des Coupés. Ferrari verbaut ein Brake-by-Wire-System, dazu ABS Evo für mehr Stabilität und feinere Regelung auf wechselnden Grip-Niveaus. Hinzu kommen aktive Aerodynamik mit dreistufigem Heckflügel und jene elektronische Präzision, mit der Ferrari seine modernen Frontmotor-GT inzwischen fast schon chirurgisch abstimmt. Das klingt nüchtern, macht aber genau im richtigen Moment den Unterschied zwischen schnell und wirklich souverän.
Zum Preis hält sich Ferrari für die Schweiz bislang noch bedeckt. Konkrete offizielle Angaben für den hiesigen Markt stehen derzeit noch aus. Klar ist nur: Der Amalfi Spider wird sich auch hier im gehobenen Ferrari-Kosmos einordnen — dort, wo Vernunft bestenfalls noch als dekoratives Element mitfährt.