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    Forum Carrosserie: Der Branchentreff, der lange fehlte

Die Schweizer Carrosseriebranche erhält wieder einen eigenen Treffpunkt. Am 4. November 2026 lädt carrosserie suisse erstmals zum Forum Carrosserie nach Zürich. Der neue Branchenevent richtet sich an Carrosseriebetriebe, Zulieferer und Versicherer. Im Zentrum steht ein Thema, das längst nicht mehr nur nach Managementseminar klingt: «Betrieb im Flow – Effizienz, die sich rechnet».

Als Schauplatz dient die Giesserei Oerlikon. Wo bis 1996 sanitäre Armaturen hergestellt wurden, treffen heute Industriegeschichte und moderne Eventkultur aufeinander. Sichtbeton, alte Rohre, Lastenaufzüge und ausrangierte Ventile erinnern noch immer an die Vergangenheit des Areals. Gleichzeitig bietet die ehemalige Fabrikhalle eine zeitgemässe Infrastruktur, eine hochwertige Gastronomie und Platz für bis zu 190 Gäste. Das Ambiente ist bewusst gewählt: kein nüchterner Messebau, sondern ein Ort mit Ecken, Kanten und Charakter.

Das neue Forum schliesst eine Lücke. In der Schweiz sind rund 2000 Carrosseriebetriebe tätig. Sie reparieren Unfallschäden, beseitigen Hageldellen, stellen Fahrzeuge instand und sorgen damit täglich für mehr Sicherheit auf den Strassen. Ihre Arbeit bleibt häufig unsichtbar. Die Herausforderungen sind es längst nicht mehr. Fachkräftemangel, steigende Kosten, technologische Veränderungen und wachsende administrative Anforderungen setzen die Betriebe zunehmend unter Druck.

Gerade deshalb braucht die Branche Gelegenheiten, sich auszutauschen. Solche Treffpunkte sind in den vergangenen Jahren rar geworden. Bis 2018 boten die Berufsmeisterschaften in Langenthal neben dem fachlichen Wettbewerb auch einen unkomplizierten Rahmen für persönliche Gespräche. Danach wurden sie in die nationalen SwissSkills integriert. Auch die transport.CH in Bern ermöglichte mit der integrierten carrosserie.CH-Messe regelmässige Begegnungen innerhalb der Branche. Ein eigenständiger Anlass mit klarem Fokus auf die Bedürfnisse der Carrosseriebetriebe fehlte jedoch zuletzt.

Mit dem Forum Carrosserie will carrosserie suisse diese Lücke schliessen. Für Daniel Röschli, Direktor des Verbandes, geht es dabei um weit mehr als einen weiteren Termin im Veranstaltungskalender. Der Anlass soll das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und den Wissenstransfer fördern. Gleichzeitig will der Verband einen Rahmen schaffen, in dem Gespräche unkompliziert entstehen können: zwischen Betriebsinhabern, Zulieferern, Versicherern und weiteren Akteuren der Branche.

Das Forum ist als Tagesevent konzipiert. Damit soll es auch für Partnerunternehmen und Versicherer möglich sein, sich aktiv einzubringen. Der Blick richtet sich bewusst über den klassischen Werkstattalltag hinaus. Denn ein Carrosseriebetrieb funktioniert heute nicht mehr allein über handwerkliche Qualität. Entscheidend sind ebenso klare Abläufe, verlässliche Prozesse und ein sinnvoller Umgang mit Ressourcen. Effizienz ist kein hübsches Schlagwort für Präsentationen. Sie entscheidet immer häufiger darüber, ob ein Betrieb im Alltag Zeit verliert oder Spielraum gewinnt.

Das Programm greift diese Realität aus unterschiedlichen Perspektiven auf. Guy Romanens, ehemaliger Präsident der Freiburger Sektion von carrosserie suisse, spricht über die aktuellen Themen der Branche. Der Ökonom und Bestsellerautor Prof. Dr. Mathias Binswanger beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und Bürokratie. Matthias Mölleney, ehemaliger Personalchef der Swissair, zeigt anhand seiner Erfahrungen aus der Zeit des Groundings auf, weshalb Effizienz nicht allein eine Frage der Prozesse ist, sondern häufig bei der Führung beginnt.

Auch die politischen Rahmenbedingungen kommen zur Sprache. Nationalrat Heinz Theiler, FDP-Politiker und selbst Carrossier, thematisiert die zunehmende Regulierung von kleinen und mittleren Unternehmen und deren Auswirkungen auf den Werkstattalltag. Einen ganz anderen Blickwinkel bringt Dean Adrian Gill von MeteoSwiss ein. Der Meteorologe erklärt, weshalb Hagelereignisse trotz moderner Prognosen immer wieder überraschen können. Für Carrosseriebetriebe ist das keine akademische Frage, sondern regelmässig gelebte Realität.

Neben den Referaten bleibt ausreichend Raum für persönliche Gespräche. Verschiedene Zulieferer präsentieren sich vor Ort und geben Einblick in ihre Angebote. Als Presenting Partner unterstützt auto-i-dat das neue Format.

Der Termin ist nicht zufällig gewählt. Das Forum Carrosserie findet am Tag des Pre-Openings der Auto Zürich Car Show statt. Nach dem offiziellen Programm können die Gäste den Abend am exklusiven Empfang der grössten Schweizer Automesse ausklingen lassen. Für Besucher des Forums stehen Tickets zu vergünstigten Konditionen zur Verfügung.

Der Anlass soll zudem über die Sprachgrenzen hinweg Wirkung entfalten. Deshalb wird das Forum zweisprachig in Deutsch und Französisch durchgeführt. Daniel Röschli sieht darin die Chance, auch Betriebe aus der Westschweiz stärker einzubinden und einen Treffpunkt mit nationaler Ausstrahlung zu etablieren.

Die Premiere in der Giesserei Oerlikon soll kein einmaliges Gastspiel bleiben. carrosserie suisse plant, das Forum künftig im Zweijahresrhythmus durchzuführen. Die nächste Ausgabe wäre damit für 2028 vorgesehen. Im Jahr dazwischen stehen mit den SwissSkills und der transport.CH erneut die grossen Branchenplattformen im Kalender.

Forum Carrosserie – Tickets sichern
Für Mitglieder von carrosserie suisse ist der Besuch des Forum Carrosserie kostenlos. Tickets für das Pre-Opening der Auto Zürich Car Show sind zu vergünstigten Konditionen erhältlich.

Weitere Informationen und Anmeldung:
forum-carrosserie.ch  

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