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    Auktion am Comer See – dort, wo Millionen und Motoren flüstern

In Cernobbio versammeln sich am 16. und 17. Mai 2026 nicht nur die schönsten Automobile der Welt, sondern auch viele Menschen, die bereit sind, ihnen neue Kapitel zu schenken. Oder, weniger romantisch formuliert: neue Besitzer.

Denn Broad Arrow Auctions kehrt an den Ort des guten Geschmacks zurück – als offizieller Auktionspartner des Concorso d’Eleganza Villa d’Este. Ein Schulterschluss mit Geschichte, Grandezza und jenem feinen Understatement, das man nur in Norditalien so selbstverständlich beherrscht. Gemeinsam mit der BMW Group wird ein Auktionswochenende inszeniert, das sich anfühlt wie ein Best-of der automobilen Hochkultur.

Seit 1929 gilt der Concorso als eine Art inoffizielle Weltmeisterschaft der Eleganz. Veranstaltet von BMW Group Classic und dem legendären Grand Hotel Villa d'Este, ist das Samstagsprogramm so exklusiv wie die Plätze auf der Terrasse: streng limitiert. Wer keinen Eintritt ergattert, darf sich immerhin am Sonntag bei der öffentlichen Parade historischer Automobile im benachbarten Villa Erba sattsehen – ein Trostpreis, der in Wahrheit ein Fest ist.

Doch das eigentliche Herzklopfen spielt sich dort ab, wo Hammer und Hoffnung aufeinandertreffen: bei der Auktion. Etwa 70 Klassiker suchen neue Besitzer. Nicht irgendein Blech, versteht sich, sondern rollende Ikonen mit Vergangenheit, Patina und Preiszetteln, die ehrfürchtig machen.

Da wäre etwa ein Bugatti Type 43 Roadster von 1929. Erwarteter Zuschlag: zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Euro. Ein Fahrzeug aus jener Zeit, als Bugatti Rennwagen und Preziosen baute – mit Hingabe und Hang zur Extravaganz.

Nicht minder prominent: ein Ferrari F40 von 1990, zum Preis von 2,3 bis 2,5 Millionen Euro. Der letzte Ferrari, den Enzo persönlich absegnete. Ein Auto wie ein Faustschlag in Karbon. Ebenfalls im Rampenlicht: ein Bugatti Type 37 Grand Prix (1926, 1,0 bis 1,3 Millionen), dazu japanische Hochkultur in Reinform: Honda NSX-R von 2003 (700 000 bis 800 000) sowie ein NSX Type S von 1999, geschätzt auf 200 000 bis 250 000 Euro. Beweisstück dafür, dass Sammelwürdigkeit längst nicht mehr nur aus Europa stammt.

Man kann sich das leicht vorstellen: Morgens ein Espresso mit Seeblick, mittags ein Blick in den Katalog, nachmittags ein Gebot, das das Herz kurz aus dem Takt bringt. Cernobbio wird an diesen Tagen zum Epizentrum historischer Autobaukunst.

Broad Arrow verspricht ein «Premium Auction Experience». Übersetzt heisst das: perfekte Inszenierung, handverlesene Fahrzeuge, null Zufall. Alles wirkt mühelos, alles ist durchkomponiert. Wie ein italienisches Menü mit zehn Gängen – nur dass am Ende statt Dessert ein Kaufvertrag wartet.

Diese Auktion ist kein reines Handelsgeschäft. Sie ist Bühne, Schaulaufen, Klassentreffen und leiser Wettstreit zugleich. Wer hier kauft, erwirbt nicht nur ein Auto, sondern Eintritt in eine Erzählung, die seit fast hundert Jahren fortgeschrieben wird. Oder anders gesagt: Am Comer See werden keine Autos versteigert. Hier wechseln Träume den Besitzer. 

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